Veranstaltungen 2011

Veranstaltungen 2011

- 02.12.2011

Wissenschaftliche Konferenz zum Thema: „Vom Völkermord-Tribunal wider Willen zum Internationalen Strafgerichtshof. Die Entwicklung des internationalen Rechts seit dem Berliner Prozess gegen den armenischen Attentäter Soghomon Tehlirjan 1921“.

Gefördert durch die Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung und dem Hamburger Institut für Sozialforschung

Referentinnen und Referenten:

Prof. Dr. Manfred Aschke (Weimar/Gießen), Dr. Gerd Hankel (Hamburg), Dr. Stefan-Ludwig Hoffmann (Potsdam/Berkeley),  Dr. Rolf Hosfeld (Potsdam),  Dr. Rainer Huhle (Nürnberg), Wolfgang Kaleck (Berlin), Prof. Dr. Andreas Zimmermann (Potsdam)

Moderation: Prof. Dr. Manfred Aschke, Dr. Gerd Hankel, Roy Knocke

Veranstaltungsort: Friedenssaal Potsdam, Schopenhauerstr. 23, 14467 Potsdam

Konferenzprogramm

November 2011

- 20.11.2011

Vortrag

von Dr. Rolf Hosfeld

“Johannes Lepsius – Eine deutsche Ausnahme”

Villa Schöningen, Berliner Straße 86

- 05.11.2011

Internationale wissenschaftliche Konferenz zum Thema: „Die  innertürkische Diskussion über 1915/16“.

In Kooperation mit der Philosophischen Fakultät der Universität Potsdam

Referentinnen und Referenten:

Prof. Dr. Ayse Altinay (Sabanci-Universität Istanbul), Prof. Dr. Halil Berktay (Sabanci-Universität Istanbul), Fethiye Cetin (Autorin, Istanbul),  Elke Hartmann (FU Berlin), Dr. Necla Kelek (Autorin, Berlin), Rober Koptas (Chefredakteur „Agos“, Istanbul), Dr. Ugur Ü. Üngör (Universität Utrecht), Ragip Zarakolu (Verleger, Istanbul)

Moderation: Dr. Rolf Hosfeld, Dr. Raffi Kantian, Alice von Bieberstein

Veranstaltungsort: Universität Potsdam, Campus Griebnitzsee

Konferenzprogramm

Oktober 2011

- 21.10.2011, 19.00 Uhr

Vortrag von Carl Johan Blydal, M. A. (Berlin): „ ‚Anerkennung des Genozids an den Armeniern und Aramäernʼ. Die schwedische Debatte zur Anerkennung des Armeniergenozids durch den schwedischen Reichstag 2010“

Moderation: Roy Knocke

Im März 2010 beschloss der schwedische Reichstag, gegen den Willen der Regierung, den Völkermord im untergehenden Osmanischen Reich anzuerkennen. Während jedoch die entsprechenden Debatten in Deutschland, Frankreich und den USA unter dem Eindruck einflussreicher türkisch- bzw. armenischstämmiger Bevölkerungsteile sowie im Schatten der Beziehungen zur Türkei geführt wurden, bezog sich die Debatte in Schweden viel stärker auf eine Opfergruppe, die in den anderen Diskussionen eher in Nebensätzen vorkam, den Aramäern. Außerdem fand die Debatte im Spannungsfeld zwischen dem für das nationale Selbstverständnis bedeutenden Diskurs von Schweden als Beschützerin von Menschenrechten, Schwachen und Unterdrückten in aller Welt und dem von allen Parteien befürworteten türkischen EU-Beitritt statt. Welche Besonderheiten kennzeichneten die (Einwanderungs-)Gesellschaft im Land des Nobelpreises (Orhan Pamuk 2006!) und wie wirkten sie sich auf die Debatten zum Armeniergenozid zwischen 2005 und 2010 aus?

Carl Johan Blydal war mehrere Jahre wissenschaftlicher Mitarbeiter des Bundestagsabgeordneten Dr. Christoph Bergner. Sein Promotionsverfahren an der HU Berlin steht kurz vor dem Abschluss.

Veranstaltungsort: Lepsiushaus Potsdam, Große Weinmeisterstr. 45, 14469 Potsdam

- 04.10.2011, 19.00 Uhr

Vortrag von Prof. Dr. Marc Nichanian (Sabanci-Universität Istanbul): „Die Stimme der Zeugen: Zabel Essayan und die armenische Erinnerung im zwanzigsten Jahrhundert“

Moderation: Elke Shohig Hartmann (FU Berlin)

Der Vortrag findet in deutscher Sprache statt.

Im Frühjahr 1917 erschien in Baku das erste Zeugnis eines armenischen Überlebenden des Völkermords in einer armenischen Zeitschrift. Autorin war die berühmte Schriftstellerin Zabel Essayan, bekannt durch ihr Buch “Zwischen den Ruinen” von 1911 über die Pogrome in der Region Adana 1909. „Die Agonie eines Volkes“ von 1917  beruht auf Erinnerungen von Hayg Toroyan, der 1915/16 als Dolmetscher des deutschen Offiziers Otto Ölmann Konzentrationslager entlang des Euphrat beobachten musste. Zabel Essayans Aktivitäten – sie übersetzte 1916 bis 1918 Zeugnisse von Überlebenden ins Französische – stehen im Mittelpunkt dieses Vortrags, der sich mit der Geschichte armenischer Erinnerung im zwanzigsten Jahrhundert beschäftigt.

Marc Nichanian studierte an der Université de Strasbourg und der École Nationale des Langues Orientales Vivantes. Er war Professor für armenische Sprache und Kultur an der Columbia University, New York und lehrt heute an der  Sabanci-Universität Istanbul. Zu seinen Publikationen gehören unter anderem: „Ages et usages de la langue arménienne“,Paris1989;  „Writers of Disaster: Armenian Literature in the Twentieth Century“, London 2002, und „La Perversion historiographique“, Paris 2006.

Veranstaltungsort: Lepsiushaus Potsdam, Große Weinmeisterstr. 45, 14469 Potsdam

September 2011

- 23.09.2011, 19.00 Uhr

Johannes Lepsius – Facetten seiner Biografie: „Antisemitismus bei Johannes Lepsius?“

Diskussionsrunde mit  Dr. Olaf Glöckner (Moses Mendelssohn Zentrum Potsdam) und Prof. Dr. Hans-Lukas Kieser (Universität Zürich), Moderation: Prof. Dr. Manfred Aschke (Universität Gießen)

Seit einer kleinen parlamentarischen Anfrage der „Linken“ im  Deutschen Bundestag und einschlägigen Veröffentlichungen des ehemaligen „Spiegel“-Redakteurs Wolfgang Gust steht der Vorwurf des Antisemitismus von Johannes Lepsius im Raum. Bei näherem Hinsehen erweisen sich Lepsius’ seltene Äußerungen über die Juden jedoch als Teil seiner zeitbezogen christlich-zionistischen Weltsicht und seiner messianischen Erwartungen.

Eine klärende Debatte über das Verhältnis zum Judentum  bei Johannes Lepsius und im deutschen Protestantismus des Kaiserreichs mit Blick auf heute.

Veranstaltungsort: Lepsiushaus Potsdam, Große Weinmeisterstr. 45, 14469 Potsdam

- 15.09.2011, 19.00 Uhr

„Friedrichstadt-Lektion: Über Armenien.“

Vortrag von Dr. Rolf Hosfeld

Veranstaltungsort: Mendelssohn-Remise, Jägerstraße 51, Berlin-Mitte

- 09.09.2011, 19.00 Uhr

Vortrag von dem Schriftsteller Peter Stephan Jungk (Paris)  zum Thema: „Franz Werfel und die Armenier“.

ungk hat die maßgebliche Franz-Werfel-Biografie verfasst. Werfel war 1930 in einer Damaszener Teppichweberei armenischen Waisenkindern begegnet, Überlebenden des Völkermords von 1915/16.  Viele von ihnen waren verkrüppelt, einige mit sichtbaren seelischen Schäden versehen. Werfel ließ dieses Erlebnis nicht mehr los. Sein Roman „Die vierzig Tage des Musa Dagh“, der die Geschichte des Armeniers Gabriel Bagradian und seiner Leute erzählt, ist das bekannteste literarische Werk über den Völkermord an den Armeniern. Jungk  wird über die Entstehungsgeschichte des Romans  sprechen, in dem auch der Potsdamer Theologe Johannes Lepsius – die damals bekannteste proarmenische Stimme in Deutschland – als Figur eine Rolle spielt.

Peter Stephan Jungk wurde 1952 als Sohn einer jüdischen Emigrantenfamilie im kalifornischen Santa Monica geboren. Er verbrachte seine Kindheit und Jugend in Wien, West-Berlin und Salzburg. 1979/80 studierte er an einer Toraschule in Jerusalem, wo er seinen ersten Roman »Rundgang« (1981) verfasste. Alle der bislang sieben Romane Jungks (zuletzt »Das elektrische Herz«, Zsolnay, Wien 2011)  kreisen um die Themen Identität und Individualität. Jungk wurde unter anderem mit dem Stefan-Andres-Preis ausgezeichnet.

In Kooperation mit dem internationalen literaturfestival berlin (ilb)

Veranstaltungsort: Lepsiushaus Potsdam, Große Weinmeisterstr. 45, 14469 Potsdam

August 2011

- 20.08.2011, 19.00 Uhr

Vorstellung der Schenkung der schwedischen Sammlung  Kurkdjian

Die Schenkung dieser schwedischen Sammlung enthält 200 rare Bücher in verschiedenen europäischen Sprachen zum Thema des Völkermords und der armenischen Geschichte. Der Abend wird von zwei Vorträgen begleitet:

Vorstellung der Sammlung von Frau Prof. Dr. Armenuhi Drost-Abgarjan (Halle)

Vortrag von Herr Dr. Artsvi Bakhchinyan (Eriwan): “Armenia-Sweden. From Viking Times to Modern Days”

Veranstaltungsort: Lepsiushaus Potsdam, Große Weinmeisterstr. 45, 14469 Potsdam

Juli 2011

- 07.07.2011, 19.30 Uhr

Deutsche Erstvorstellung des Buchs:

„Extrem gewalttätige Gesellschaften: Massengewalt im 20. Jahrhundert

von Prof. Dr. Christian Gerlach (Universität Bern).

Christian Gerlach, Mitherausgeber des Journal of Genocide Research, ist weltweit einer der besten Kenner der Geschichte von Massengewalt und Genozid. Während herkömmliche Erklärungsversuche vor allem die Rolle des Staats und der ideologischen Voraussetzungen untersuchen, fragt er, bezogen auf das Beispiel der Massenmorde an den Armeniern bis zu postkolonialen Staaten und darüber hinaus nach den sozialen Bedingungen von Massentötungen.

Stimmen: „Very innovative book”: Jacques Semelin, Centre Nationale de Recherche Scientifique, Paris, über die englische Ausgabe bei Cambridge University Press. “Pathbreaking book”: Martin Shaw, University of Sussex

Moderation: Dr. Richard Herzinger (“Die Welt”)

Veranstaltungsort: Lepsiushaus Potsdam, Große Weinmeisterstr. 45, 14469 Potsdam

Juni 2011 

- 27.06.2011, 16.00 Uhr

“Alexander Parvus-Helphand, ein Netzwerker der europäischen Linksradikalen,  und  seine Verbindung zu jungtürkischen Revolutionären von rechts”
Vortrag von Prof.  Dr. Hans Lukas Kieser (Universität Zürich) in Zusammenarbeit mit dem Lepsiushaus Potsdam am Institut für Geschichtswissenschaften der Berliner Humboldt-Universität

Veranstaltungsort: Humboldt-Universität Berlin, Friedrichstr. 191-193, Raum 5009

- 09.06.2011, 19.30 Uhr

„Freiheit – aber welche? Armenische Politik in der Spätzeit des Osmanischen Reiches zwischen Utopie und Realismus“.
Vortrag von Elke Hartmann (Historikerin und Islamwissenschaftlerin, Freie Universität Berlin)

Das „lange“ 19. Jahrhundert war im Osmanischen Reich eine Epoche massiver Umwälzungen. Gerade in den armenischen Provinzen nahm die alltägliche Gewalt dramatisch zu, bis auch unter den Armeniern der Ruf nach nationaler Befreiung laut wurde. Aber was konnte „Freiheit“ unter den gegebenen Bedingungen bedeuten? Der Vortrag zeigt das breite Spektrum der politischen Strategien und Zielsetzungen auf, die von armenischen Repräsentanten und Parteien in der Spätzeit des Osmanischen Reiches verfolgt wurden.

Elke Hartmann arbeitet in dem Forschungsprojekt „Selbstzeugnisse in transkultureller Perspektive“ am Friedrich-Meinecke-Institut der FU Berlin.

Veranstaltungsort: Lepsiushaus Potsdam, Große Weinmeisterstr. 45

- 01.06.2011, 17.30 Uhr

Vortrag

Der Weg eines Friesdorfer Pfarrers in die Weltpolitik – Dr. Johannes Lepsius (1858 – 1926) – Helfer und Anwalt des armenischen Volkes”

Referentin:  Prof. Dr.phil.habil. Armenuhi Drost-Abgarjan, Professorin für Armenologie am Orientalischen Institut der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Veranstaltungsort: Hotel “Graf von Mansfeld”, Markt / Lutherstadt Eisleben

Mai 2011

- 28.05.2011, 19.00 Uhr

Lesung

“Die orientalischen Novellen von Armin T. Wegner.”

Recai Hallac (Schauspieler, Berlin/Istanbul)

Einführung und Moderation: Rolf Hosfeld

Der Schriftsteller Armin T. Wegner ist durch seine Novellen, Kurzgeschichten und Tagebuchaufzeichnungen aus der Türkei Anfang der 20er Jahre des 20. Jahrhunderts zu einem wichtigen Ankläger des Völkermords geworden, den das jungtürkische Regime an den Armeniern verübte -  sein bedeutendster Beitrag zur expressionistischen Prosa. Oskar Loerke nannte seine Novellen „kleine Romane“, und Stefan Zweig meinte: „In seinen Aufzeichnungen aus der Türkei sieht man zum ersten Mal die orientalische Welt nicht mehr in den rosafarbenen Aquarellen von Pierre Loti“. Wegner sah die „völkische Eigensucht der Türkei“ als Ursache der Katastrophe. Er hat in dem absurden Gedanken „volksgleicher Einheit“ schon sehr früh einen Zusammenhang mit Ausrottungsplänen gesehen – eine Überlegung, die ihn 1933 zu einem offenen Brief an Adolf Hitler veranlasste, in dem er vor den Folgen seiner Judenpolitik warnte.

Der Schauspieler und literarische Übersetzer Recai Hallac, geboren in Istanbul, besuchte dort eine deutsch-türkische Schule, war unter anderem mehrere Jahre im Ensemble von Roberto Ciullis Theater an der Ruhr tätig und begleitete Literaturnobelpreisträger Orhan Pamuk als Übersetzer auf Tourneen.

Veranstaltungsort: Lepsiushaus, Große Weinmeisterstr. 45

- 18.05.2011

Teilnahme an der Konferenz “Wenn Völkermord zum Schicksal wird”,

Technische Universität Chemnitz

“Apocalypse now- der türkische Nationalismus und der Völkermord an den Armeniern.”

Votrag von Dr. Rolf Hosfeld

Tagungsprogramm

- 02.05.2011, 15.00 Uhr

Offizielle Eröffnungsfeier der Forschungs- und Begegnungsstätte Lepsiushaus

Programm

Grußworte

April 2011

- 24.04.2011

Teilnahme an der Gedenkveranstaltung zur Erinnerung an den Völkermord an den Armeniern 1915

Tsitsernakaberd, Armenien

- 21. – 29.04.2011

Studienreise des Fördervereins: Auf den Spuren von Johannes Lepsius in Armenien

Begegnung mit dem Katholikos aller Armenier in Etschmiadsin

Veranstaltungsplan 2011 zum Download

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